Joseph Salomonson (geb. 13. Januar 1853 in Amsterdam, gest. ?)
Joseph Salomonson war das ältestes Kind von neun Geschwistern.1 Er war als Konsul tätig, Direktor zweier Firmen auf Java und Direktor von Kultur- und Handelsunternehmen.
Salomonson auf dem Monte Verità
Joseph Salomonson war kurze Zeit Kassier oder Sekretär auf dem Monte Verità.
Ida Hofmann schreibt, dass der „Hauptwert für unser Unternehmen“ von Salomonson, dem ältesten Mitarbeiter, darin bestanden hätte, dass er „uns in unserer bisher noch nicht scharf genug zum Ausdruck gelangten Ueberzeugung“ bestärkte, dass nicht nur kein Fleisch, sondern überhaupt nichts vom Tier gegessen werden sollte, zudem auf Gewürze verzichtet.2 Zudem vertrat Salomonson die Ansicht, dass nichts getrunken und völlig auf Salz verzichtet werden solle. Gemäss eigenen Angaben, soll er seit dem 1. September 1901 nichts mehr getrunken habe.
Reisen nach London, New York, Frankreich und Algerien
Ende 1903 verliess Salomonson Ascona und reiste nach London, wahrscheinlich 1904 nach New York, im August 1904 nach Biarritz, 1905 an die Côte d’Azure und 1906/07 nach Paris. Postkarten von ihm belegen, dass er sich auch in Algerien aufgehalten hat. Mit seinem Erscheinen, gekleidet in eine Tunika, den langen Haaren und dem Bart, die ihn als Christusfigur oder Apostel erscheinen liesen, sorgte er an allen Orten für Aufsehen, wie zahlreiche Beiträge in Zeitungen und Zeitschriften belegen.
Meva
Als „Meva“ warb er für seine Lehre einer vegetarischen Ernährung und dem Verzicht auf Salz und auf Flüssigkeiten. Dies würde eine Verlängerung des Lebens ermöglichen. Zudem vertrat er die Ansicht, nach Möglichkeit direkt auf dem Erdboden zu schlafen, da dadurch natürliche magnetische Energie aufgenommen werden könne.
In etlichen Zeitungsberichten über Salomonson wird direkt Bezug zum Monte Verità genommen. Wiederholt wird auch fälschlicherweise behauptet, er sei der Gründer der Kolonie (vgl. Men with strange missions (The Norfolk News)).
Nach 1909 verlieren sich seine Spuren.
Anthroponomie
Um für seine Ideen zu werben verkaufte Salomonson Postkarten und gab 1902 eine Broschüre heraus, in der er seine Lehre zusammenfasste.3
Links
- Joseph Salomonson in der deutschsprachigen Wikipedia.
- Vegan Uber Hippy 60 Years Pre-Woodstock, Eintrag im Blog Happy Cow von John Edmundson.
- Ein Stammbaum der Vorfahren von Joseph Salomonson findet sich auf der Website De geschiedenis van het Humanitarisme in Nederland unter Joseph Salomonson. [↩]
- Ida Hofmann, Monte Verità. Wahrheit Ohne Dichtung, Lorch 1906, S. 47. [↩]
- Een enkel woordje „anthroponomie“ (de menschleer volgens de grondbeginselen der wetgevende rede, welke den mensch beschouwt, niet zooals hij is, maar zooals hij wezen), Online [↩]