Ahasver an seine Widersacher

Ahasver an seine Widersacher

Kreischt nur und zischt
Und spritzt euern Lästergischt
Zu mir empor!
Umsonst!
Rein bleibt mein Ohr,
Und rein empfängt’s
Den Ruf des Heils,
Der durch die Weiten dröhnt
Und still und stark
In meinem Herzen
Widertönt.

Vergebens euer Grinsen
In Uebermut und Wahn,
Ihr reicht ja nicht einmal
An meinen Bart hinan!
Hoch über euch
fliegt mein Blick
Hinaus in die Zeit
Und holt mir dort
Die ganze, die grosse,
Die leuchtende Ewigkeit.

Und zerrt nur da unten,
Soviel ihr wollt, —
Ihr seid eine Welle nur,
Die mir entgegenrollt,
Ich teil‘ sie mit sicherem Schritt,
Und schwillt sie auch manchmal
Zu reissendem Strom,
Mich reisst sie nimmer mit!
Ich steure aufrecht und einsam
In kühler Fäbrmannsruh,
Durch euer Gewirr und Gewoge
Dem Lande der Menschen zu!

Wien. Mathias Acher

Ost und West, 4. Jahrg., Januar 1904, Heft 1, Sp. 57-58. Online


Letzte Änderung: 20. August 2026.