Leopold Jacoby

Leopold Jacoby kam 1840 in Lauenburg zur Welt. Er besuchte das Gymnasium in Danzig, studierte in Berlin Literatur und Naturwissenschaften, war Parlamentsberichterstatter, studierte dann in Marburg Medizin und war frewilliger Assistenzarzt im deutsch-französischen Krieg. Danach war er wieder als Korrespondent tätig, ging 1877 an die zoologische Station in Triest und 1882 in die USA, wo er in Cambridge Unterricht erteilte. Nach seiner Rückkehr nach Europa, liess es sich in Mailand nieder, wo er Privastunden gab und an der R, academica scientifico-letteraria Vorlesungen hielt. Nach einem Schlaganfall musste er seine Stellung aufgeben und übersiedelte 1892 nach Zürich, wo er 1895 im Krankenheim Neumünster starb. Begraben wurde er auf dem Friedhof Rehalp in Zürich.

Gemäss einem Hinweis Anfang 1896 in der Arbeiter-Zeitung wurde der Volksrecht-Redaktor Emil Hauth mit der Verwaltung des Nachlasses betraut1

Leopold Jacoby hat auf dem Sterbebett seinem Freunde, dem Genossen Schriststeller E. Hauth in Zürich, der ihm auch in den letzten Wochen treu zur Seite stand, seinen literarischen und philosophischen Nachlaß übertragen und seine Bibliothek vermacht. Hauth hat zugleich die Aufgabe übernommen, des edlen Dulders und Dichters Leben und Schaffen darzustellen.

Leopold Jacoby und Karl Henckell

Karl Henckell widmete seinen Gedichtband Diorama, der 1890 erschienen ist, „Leopold Jacoby in Mailand“, richtete sich mit 2. September 1889 datierten Vorwort direkt an ihn und widmete ihm das Gedicht An Leopold Jacoby.

Posthum veröffentlichte Henckell 1896 von Jacoby Cunita. Ein Gedicht aus Indien, widmete ihm ein Blatt der 2. Serie der Sonnenblumen, das 1896/97 erschienen ist, und den dazugehörigen Anzeiger mit dem Textauszug Eine Schulerinnerung und dem Gedicht Der todte Dichter.

Veröffentlichungen

    Das Lustspiel, H. E. Oliven, Berlin 1870.
    Weinphantasieen, Berlin 1870 [?]. Online: Weinphantasieen (2. Aufl., 1870).

  • Es werde Licht. Poesien. Digitalisat (3. Aufl. 1866) Online: Es werde Licht (2. Auflage, H. E. Oliven, Berlin 1873) und Es werde Licht (2. Auflage, H. E. Oliven, Berlin 1873).
  • Der Fischfang in der Lagune von Comachio nebst einer Darstellung der Aalfrage, Verlag von August Hirschwald, Berlin 1880.
    Ein Auslug nach Comachio, Triest 1881.
    Ueber die Nachahmung von Naturstimmen in der deutschen Poësie, Carl Winter, Heidelberg 1881.

  • Die Idee der Entwickelung. Eine sozial-philosophische Darstellung, Zürich 1874. Online (2. Auflage, Verlagsmagazin (J. Schabelitz), Zürich 1886).
  • Cunita, ein Gedicht aus Indien, Verlag von J. F. Richer, Hamburg 1885.
    Die deutsche Makame, Verlag von J. F. Richer, Hamburg 1886.

  • Deutsche Lieder aus Italien, München 1892. Digitalisat (Bayerische Staatsbibliothek)
  • Erinnerungen und Gedichte, Berlin 1959. Ausgewählt von Manfred Häckel.

Veröffentlichungen in Periodika

  • „Die Maschine als Erlöserin“, in: Der Grütlianer (Zürich), 40. Jahrg., 9. Mai 1891, Nr. 54, S. 1-2. Online

Literatur

  • Minna, Geith, Leopold Jacoby. Ein Lebensmärchen, aus Mitteilungen, Briefen und Schöpfungen, München 1893. Digitalisat

Nachrufe

  • „Ein Prophet des Sozialismus. Leopold Jacoby“, in: Berner Tagwacht, 4. Jahrg., 14. März 1896, Nr. 22, S.1-2. OnLine
  • „Ein Prophet des Sozialismus. Leopold Jacoby (Schluss)“, in: Berner Tagwacht, 4. Jahrg., 18. März 1896, Nr. 23, S. 1-2. Online

Links

  • Leopold Jacoby, Eintrag in der deutschsprachigen Wikipedia.
  • Jacoby, Leopold, Eintrag von Ernst Gottfried Lowenthal in Neue Deutsche Biographie.
  1. Arbeiter-Zeitung, 8. Jahrg., 5. Januar 1896, Nr. 8, S. 4, Online. []

Letzte Änderung: 22. August 2026.